Etwas zurückgeben.

„Seit meiner Ankunft im Jahre 1989 erfahre ich so viel Glück und Bildung in Deutschland. Dafür bin ich der deutschen Bevölkerung sehr sehr dankbar. Mir ist es ein besonderes Anliegen, diese Warmherzigkeit und Struktur des „made in Germany’“, den Kindern meines Herkunftslandes zu vermitteln.
So gründete ich 2013 die Stiftung „Herzensangelegenheiten e.V.“ in Kenia.“
- Janet Thomas

Herzensangelegenheiten e.V. ist eine Stiftung, die maximal 50 Kinder und Jugendliche vom Kindergarten bis hin zum Universitätsabschluss unterstützt. Die Stiftung wird zu 80% aus eigenen Mitteln von Gründerin Janet Thomas und ihrem Mann Günter Thomas getragen. Die restlichen 20% der Stiftungsgelder werden durch Spenden von nahestehenden Personen und bekannten Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, sowie der hiesigen Sparkasse zur Verfügung gestellt. Janet Thomas, gebürtige Kenianerin, stellt sicher, dass die Gelder dort ankommen wo sie am meisten gebraucht werden. Neben der Errichtung von Schulgebäuden und Räumlichkeiten werden vor allem Schulgelder, Schuluniformen, wichtige gesundheitliche Versorgungen und weitere Ausstattungen von der Stiftung übernommen.


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5 Fragen an Janet Thomas.

Wieso war es Dir besonders wichtig in die Bildung dieser Kinder zu investieren?

Gerade in jüngster Zeit erweist sich, wie wichtig es ist, Drittländer im Fortschritt zu unterstützen und einzubinden. Bildung ist primär das Wichtigste, um im seinem Heimatland oder im Rahmen der Globalisierung bestehen zu können.

Als persönliche Herzensangelegenheit hast Du sicherlich auch eine besondere Beziehung zu den Kindern?

Natürlich kenne ich die Kinder alle persönlich und habe eine feste Bindung zu den Kids. Auch von ehemaligen, jetzt erwachsenen Schützlingen werde ich immer auf dem Laufenden gehalten, und sie berichten mir über Ihre Erfolge und auch Misserfolge. Ohne eine persönliche Beziehung könnte ich diese Stiftung so auch nicht führen.

Wie läuft der Unterricht in den kenianischen Schulen ab?

Morgens steht erst mal ein langer Schulweg an, der meist zu Fuß marschiert wird. Viele Schulen sind oft weit weg gelegen.
Schon der Kindergarten (sog. Nursery) hat in Kenia einen schulischen Charakter. In einem kleinen Klassenzimmer wird den Kindern das Schreiben, Lesen und Rechnen spielerisch beigebracht. Nach dem Kindergarten folgt die Grundschule (sog. Primary School), dort machen die Kinder nach acht Jahren ihren Abschluss. Bis dahin besteht eine theoretische Schulpflicht, die jedoch nicht zu realisieren ist, da sich schlichtweg die meisten Familien die Schulgelder nicht leisten können. Unsere Stiftungskinder besuchen dann die weiterführende Schule (sog. Secondary School), um sich dort auf die Universität vorzubereiten. Damit unsere Kids die besten Chancen bekommen unterstützen wir sie bis hin zum Universitätsabschluss und achten besonders darauf, dass jeder diesen erfolgreich absolviert. Für die Ferienzeit haben wir extra Räumlichkeiten geschaffen, damit die Kinder sich dort auf die nächste Etappe ihrer Schulzeit vorbereiten können.

Hast Du Dir die Kinder unter besonderen Kriterien ausgesucht?

Unsere Kinder stammen hauptsächlich aus entlegenen Buschdörfern. Am wichtigsten ist es eine gerechte Chancengleichheit zu schaffen, deshalb unterstützen wir die, die es am meisten brauchen. Ich bin selbst in einem kenianischen Dorf zwischen Ziegen, Hühnern & Lehmhütten aufgewachsen und habe es Dank Unterstützung geschafft, mir ein zufriedenes Leben in Deutschland aufzubauen. Ich möchte den Kindern in Kenia eine Grundlage für eine Zukunftsperspektive ermöglichen.

Was macht Dir bei der Arbeit mit den Kindern am meisten Freude?

Die Kinder sind unheimlich dankbar und das ist all die Arbeit, die ich investiere wert. Vor allem zu sehen, dass die Stiftung ihre Früchte trägt und die Kinder nach ihrem Universitätsabschluss erfolgreich in einen Beruf starten und auf eigenen Beinen stehen, ist ein tolles und befriedigendes Gefühl. Zudem sind die Kids einfach gut drauf und unheimlich lebensfroh, dafür braucht es nicht das neuste Spielzeug. Materielles zählt dort nicht, man ist zufrieden und dankbar für das was man hat und das bringt mich auch hier in Deutschland immer wieder zurück auf den Boden der Tatsachen.


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